Herren 1: Silbernes Schwimmabzeichen reicht nicht, um den (Bade-)Meister zu schlagen

„Jungs, wenn es hier schon nass ist, dann räumt doch wenigstens die Sachen aus der Pfütze.“ Dieses Zitat von unserem Linksaußen Fabian Kuropka steht sinnbildlich für die 29:36 Niederlage unserer Herren 1 im Auswärtsspiel am vergangenen Samstagabend gegen den schon vorher feststehenden Meister der Bezirksliga Münsterland, den SuS Neuenkirchen. Zum einen hätte es gar nicht erst nass werden müssen, zum anderen wäre ein engeres Ergebnis definitiv möglich gewesen. Aber bevor wir den vollgelaufenen Schuh als vollendetes Werk betrachten, wollen wir doch erst einmal sehen, wie es überhaupt zu diesem Umstand kam.
An einem nasskalten Samstag im April, als Schülerin oder Schüler war dieser immer ein ganz besonderer Tag, der letzte „richtige“ Ferientag der Osterferien, machten wir uns auf nach Neuenkirchen, zu der einzigen Mannschaft, die die SPARTA-Festung in dieser Saison bislang durch den Sieg im Dezember des vergangenen Jahres erobern konnte. Als sportlich faire und auch sonst ganz vernünftige Truppe war sie der Mannschaft in Erinnerung geblieben, insofern war es angebracht, den Gastgebern vor dem Spiel durch das Überreichen einer mit dem SPARTA-Logo verzierten Sektflasche zum Aufstieg und zur Meisterschaft zu gratulieren. Dennoch war die Ausrichtung klar: Wir wollten unseren Gegnern, die bislang noch kein einziges Spiel in dieser Saison zuhause verloren hatten, die erste Niederlage zufügen. Unsere Aufgabe, aber auch unser Anspruch war es also, das Wasser zu sein, mit dem schließlich doch das gastabschreckende Feuer, das die Neuenkirchener in der Sporthalle am Westfalenring entzündet hatten, gelöscht werden konnte.
Nach einem 0:2 Rückstand entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel, in dem beide Mannschaften mit allen Wassern gewaschen schienen, doch in dem vor allem eines klar wurde: Unsere Jungs aus Münster hatten zwar am Vorabend nicht nur Zielwasser getrunken, dennoch waren sie die überlegene Mannschaft, sodass der Trainer der Gastgeber schon beim Stand von 6:5 die Grüne Karte legte. Doch auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit änderte sich an der Art des Spiels nur wenig, mal gewannen die Neuenkirchener die Oberhand, nur um kurz darauf wieder zusehen zu müssen, wie unsere flinken Feldspieler die gegnerische Abwehrformation ein ums andere Mal teilten wie Mose das rote Meer, während in unserer Abwehr gemeinsam mit dem Torhüter die Schleusentore wieder geschlossen wurden. Somit stand zum Ende der ersten Halbzeit für uns eine verdiente Führung mit 17:15 auf der Anzeigetafel.
Doch an dieser Stelle sah die Mannschaft vielleicht den Sieg schon vor den Augen, ja, man könnte fast sagen, sie sah ihn in trockenen Tüchern. Doch ähnlich wie ein mit zu viel Wasser befüllter Einmalhandschuh platzte der Knoten bei den Gastgebern nach Wiederanpfiff, und mit einem Drei-Tore-Lauf rissen sie das Ruder wieder an sich und versuchten, auf ruhigere Gewässer zuzusteuern, bis zu Minute 41 taten unsere Jungs aber alles, um die Ruder zu blockieren. Im Anschluss muss es jedoch für unsere mitgereisten Fans (Danke an dieser Stelle!) so ausgesehen haben, als würden wir mit vollgelaufenen Schuhen spielen, denn Neuenkirchen nahm uns im Angriff komplett den Wind aus den Segeln und in der Abwehr wurden wir konsequent durch 1-gegen-1-Duelle oder Kreisanspiele nassgemacht. Dadurch konnten sich die Hausherren mit einem 6-Tore-Lauf auf 22:28 absetzen.
Danach konnten wir zwar stellenweise wieder an die sehr gute Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen, die Löcher in unseren Segeln waren jedoch zu groß, als dass unser Tempo noch für eine Aufholjagd gereicht hätte. Am Ende fielen unsere Hoffnungen auf den Sieg ins Wasser und wir mussten uns mit 29:36 geschlagen geben. Da uns nur ein Sieg die minimalen Aufstiegschancen gewahrt hätte, fühlte sich diese Niederlage am Schluss auch noch so an, als ob die eigenen Klamotten erst vollständig mit Wasser und dann, als sie schon fast wieder trocken waren, noch einmal mit Bier begossen worden wären.
Doch weiterhin besteht die Möglichkeit, als Aufsteiger eine sehr gute Platzierung, nämlich den dritten Platz in der Bezirksliga Münsterland zu erreichen, wenn wir am kommenden Samstag, den 4. Mai, um 19 Uhr im direkten Duell um diesen Platz zu unserem letzten Auswärtsspiel in dieser Saison in Coesfeld antreten.
Es spielten: Böswald, Schwaning – Barth (6), Priemel (5), Haverkamp (4), Anstötz, Grühl, Grütters, Hinteresch, Kipp (je 2), Junker, Kuropka, Martinetz, Onnebrink (je 1).