Herren 1: Ungefährdeter Arbeitssieg gegen Warendorf

Beginnen wir mal mit dem Positiven: wir haben nach dem Heimspiel am Sonntag zwei Punkte mehr auf dem Konto und sind weiterhin punktgleich mit Adler auf Platz zwei. Außerdem können wir wirklich viele Tore werfen, denn das Endergebnis von 37:24 lässt sich insgesamt schon hören.

Darüber hinaus war die Begegnung allerdings nicht wirklich eine Bewerbung für die Tabellenführung, geschweige denn für den Handballsport an sich.

Die Marschroute für die Rückrunde ist seit dem Spiel gegen Adler klarer denn je. Es braucht verstärkte Konzentration auf die Abwehrarbeit, wobei letztlich jedes Spiel eine Gelegenheit dazu bietet, dies auszuprobieren und Sicherheit zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund wollten wir gegen den Tabellenfünften der Liga vor allem erstmal die Defensive stabilisieren, um dann vorne Gewohntes ausspielen zu können.

Die recht behäbige Spielweise der Gäste erleichterte es uns zunächst, den Gegner auf Abstand zu halten und freie Würfe aus naher Distanz zu unterbinden. Warendorf konzentrierte sich überwiegend auf die Mitte um dann entweder aus der bloßen Stoßbewegung auf die Außen abzuräumen, oder mit Schlagwürfen einen Überraschungseffekt zu erzielen. Dagegen konnten wir unsere Vorsätze recht gut umsetzen und entsprechend kompakt auftreten.

Begannen wir defensiv mit einer ordentlichen Leistung, war unsere Offensive in den Anfangsminuten zerfahren. Warendorf verteidigte hoch stehend. Die sich so ergebenden Lücken nutzten wir primär für Abspielfehler oder spontane Alleingänge, wobei es  dementsprechend nur vereinzelt gelang, wirklich freie Chancen herauszuspielen. Da jedoch die Gäste ihrerseits nur mäßig gefährlich agierten, konnten wir dann doch Schritt für Schritt eine komfortable Führung aufbauen. Insbesondere einige schnelle Konter und eine doppelte Überzahl erleichterten uns die Wiedergewinnung von Struktur. So verlief die erste Halbzeit insgesamt recht unspektakulär, mit Blick auf unsere angestrebte Verbesserung der Abwehrleistung allerdings auch nicht wirklich zufriedenstellend.

Die zweite Hälfte begannen wir erfreulicherweise mit klaren Ausrufezeichen. Es gelang uns direkt im ersten Angriff unseren Rechtsaußen freizuspielen, gefolgt von einer schnellen Balleroberung in der Abwehr, abgeschlossen durch einen erfolgreichen Konter.

In solchen Sequenzen konnten wir dann doch kurz andeuten, dass es uns gelingen kann, guten Angriff mit vernünftiger Abwehr gleichzeitig zu spielen.

Freilich setzten wir dieser guten Phase auch nach einigen Minuten mit einer doppelten Unterzahl schnell wieder ein Ende.

Beide Teams pendelten sich schließlich auf einem Spielniveau ein, indem sich jedes Team defensiv erhebliche Lücken leistete, die Offensive es sich jedoch auch herausnahm diese nicht zu nutzen.

Wir hatten zu diesem Zeitpunkt, allein bedingt durch einen schnelleren Angriff, allerdings bereits eine deutliche Führung herausgespielt. So war es dann auch nicht mehr spielentscheidend, dass Alexander Barth im freien Gegenstoß zu Boden gerissen wurde und sich Warendorf eine rote Karte einhandelte.

Wenn man noch nach guten Ansätzen sucht, dann kann immerhin unser zum Teil verbessertes Rückraumspiel angesprochen werden: Luke Westermeier gelang es an einigen Stellen sich mit Schwung und (verhältnismäßig) guter Geschwindigkeit im Rückraum zu platzieren und Würfe ins lange Eck zu verwandeln. Für Spiele gegen tiefstehende Gegner muss das zu einem Rezept werden.

Im Ergebnis stand dann mit dem 37:24 ein letztlich ungefährdeter Sieg für uns zu buche, mehr allerdings bei bestem Willen nicht. Es gab Phasen in denen wir gute Ansätze zeigen konnten, an der Konstanz müssen wir allerdings arbeiten. Dafür haben wir nun zwei Wochen Zeit, sodass wir dann hoffentlich auswärts gegen Ladbergen den Derbykater überwunden haben.